Studie: Sport reicht nicht aus, um im Alter geistig fit zu bleiben

bewegung im alterBewegung und Sport haben zweifelsohne eine positiven Einfluss auf die Gesundheit, reichen allein jedoch nicht aus, um das Gehirn jung zu halten – dies ist das Ergebnis einer neuen Studie aus den USA.

Die Verantwortlichen der neuen Studie am Wake Forest Baptist Medical Center kamen zu dem etwas überraschenden Ergebnis, dass Bewegung bei älteren Menschen nicht mit einer Verbesserung von kognitiven Fähigkeiten einhergeht.

Bewegung hält geistig fit – ein Mythos?

Frühere Studien hatten gezeigt, dass bei aktiveren Menschen der Rückgang der geistigen Fähigkeiten über die Zeit geringer war. Dies versuchte man wie folgt zu erklären: körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung des Gehirns, sodass die Neuronen besser mit Nährstoffen versorgt werden und ordnungsgemäß funktionieren. (Sport soll bei Depressionen sogar einen besseren Effekt als Medikamente haben.)

Bei der neuen Studie wurden 1635 ältere Menschen im Alter von 70 bis 89 Jahren mit einer sitzenden Lebensweise in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe ging regelmäßig in einem schnellen Tempo spazieren, die andere nahm an einem interaktiven Gesundheitsprogramm teil, das nur wenig körperliche Betätigung erforderte.
Allerdings fand man, dass körperliche Aktivität für bestimmte Gruppen durchaus eine gewisse Verbesserung der Gehirnfunktion mit sich brachte. Bei Personen im Alter von 80 Jahre oder mehr, zeigten sich Verbesserungen beim Gedächtnis und Lernen. Das legt nahe, dass das Timing und die Dauer der körperlichen Aktivität entscheidend ist.

Bewegung und Sport sind dennoch wichtig

Die Studienverantwortlichen warnen jedoch davor, sich nur von Bewegung und Sport abzuwenden. Es sei auch möglich, dass das Ergebnis der Studie nicht auf den mangelnden Nutzen von Bewegung, sondern die eindrucksvolle Wirkung des interaktiven Gesundheitsprogramms zurückzuführen sei.

Das Programm brachte den Senioren gesunde Verhaltensweisen auf eine interaktive Weise bei. Die Studienteilnehmer trafen sich regelmäßig und freundeten sich untereinander an und empfanden die Sitzungen als soziale Veranstaltungen. Und gerade diese soziale Stimulation kann genauso wichtig wie körperliche Aktivität für die Aufrechterhaltung der Gehirnfunktionen sein.

Da die Probanden in der Studie älter waren, mag die Dauer der physischen Bewegung nicht ausreichend gewesen sein, um Auswirkungen auf das Gehirn zu haben.

Wie kann man im Alter geistig fit bleiben?

Wer auch im Alter geistig aktiv bleiben will, sondern also nicht nur auf Bewegung und soziale Interaktion setzen, sondern auch sein Gehirn anstrengen. Das geht jedoch über Kreuzworträtsel und Sudoku hinaus (was selbstverständlich besser als nichts ist), denn diese Tätigkeiten trainieren das Gehirn auf eine sehr eindimensionale Weise.

Stattdessen sollte man auf das Erlernen von neuen Dingen setzen, was das Gehirn stets umfassend fordert (z.B. Lernen, einen Computer samt Internet zu benutzen; Lernen einer neuen Sprache; Lernen, ein Instrument zu spielen; Lernen zu tanzen, etc.)

Neue Tätigkeiten, bei denen die Gesamteinheit von Körper und Geist gefordert wird, sind sehr gut geeignet, um das Gehirn auf Trab zu halten.

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